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OZ-Greifswald ganz nah - Welche Ansprüche darf ein Obdachloser stellen?

Liebe Leserinnen und Leser, seit mehreren Wochen berichtet die Greifswalder OSTSEE-ZEITUNG in regelmä
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Liebe Leserinnen und Leser,
seit mehreren Wochen berichtet die Greifswalder OSTSEE-ZEITUNG in regelmäßigen Abständen über das Schicksal des Obdachlosen Frank Klawitter. Wie es ihm geht, bewegt viele Greifswalder, etliche Menschen haben bereits Unterstützung angeboten oder nachgefragt, wie sie helfen können. Vielleicht ist das Mitgefühl auch besonders groß, weil Frank Klawitter sein Lager sehr präsent Am Mühlentor aufgeschlagen hat, ihn dort viele Menschen täglich sehen. Doch es häufen sich auch kritische Stimmen. Beispielsweise fehlt es einigen Lesern an Verständnis dafür, dass der Obdachlose unbedingt in der Altstadt wohnen möchte, oder dass er sich im Obdachlosenhaus nicht wohl gefühlt hat und auf eigenen Wunsch ausgezogen ist. Darf jemand, der Finanzmittel des Sozialstaates nutzt, solche Ansprüche stellen?
Ein OZ-Leser fragte mich, ob dieser Mann es wert ist, so ausführlich und emotional zu berichten. Ich denke ja. Mir persönlich geht das Schicksal des Mannes sehr zu Herzen und ich wünsche mir, in einer Gesellschaft zu leben, in der wir füreinander da sind und uns gegenseitig helfen. Ich habe Mitgefühl mit jedem Menschen, der aufgrund schwieriger Umstände in seinem Leben in Not geraten ist. Ich habe auch Verständnis dafür, dass Herr Klawitter nach mehreren Jahren nicht mehr im Obdachlosenheim leben möchte, das normalerweise nur für einen Übergangszeitraum gedacht ist und in dem man sich ein Zimmer mit anderen Menschen teilt. Es ist bestimmt nicht einfach, unter den dortigen Umständen zu leben. Ich finde es gut, dass es staatlich bezahlte Betreuer gibt, die anderen Menschen helfen, wieder auf die Beine zu kommen, und ich begrüße es, wenn diesem Mann aus Steuergeldern geholfen wird. Es gibt im Rahmen der Hartz-IV-Gesetze feste Regelungen, wie teuer die Miete sein darf. Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, die es armen Menschen verbietet, in der Altstadt zu wohnen, und ich würde es schlimm finden, wenn es solche Regelungen gäbe.
Und besonders gut finde ich, dass Sie liebe Leserinnen und Leser, darüber diskutieren und wir uns gemeinsam darüber Gedanken machen, welche Grenzen es im Sozialstaat gibt und dass es eben auch ein Recht darauf gibt, sich nicht helfen zu lassen. Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung an greifswald@ostsee-zeitung.de.
Herzlichst
Ihre Katharina Degrassi
Leiterin der Lokalredaktion Greifswald

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(Foto: Petra Schuldt)
(Foto: Petra Schuldt)
OZ-Leserin Petra Schuldt schickte uns diese Aufnahme vom Sonnenaufgang in Brünzow bei Lubmin. Herzlichen Dank!
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